Januar 2024 – November 2024
Entwicklung und Durchführung - partizipatives Kunstformat 'Geruchslabor'
Selbstständig - Geruchslabor
Aufgaben & Verantwortung
Im Rahmen meines Masterprojekts Performative Künste in sozialen Feldern entwickelte ich gemeinsam mit Ruby Leuze das „Geruchslabor“, ein mobiles, partizipatives Kunst-Format. Zwischen Januar und November 2024 wurde das Projekt in Seminaren, kulturellen Einrichtungen, öffentlichen Interventionen und international in Groningen (NL) umgesetzt. Ziel war es, den Geruchssinn als Zugang zu Erinnerung, Emotion und kultureller Teilhabe künstlerisch zu erforschen und Teilnehmende aktiv in künstlerische Prozesse einzubinden.
Das Geruchslabor arbeitet mit Methoden der sinnlichen Forschung: Teilnehmende sammeln, ordnen und kombinieren Düfte und übertragen ihre Wahrnehmungen in künstlerische Ausdrucksformen wie Texte, Bewegung- und Tanzsequenzen, Collagen oder Installationen. Erste Buy-outs in Seminaren dienten der methodischen Erprobung; Beobachtungen und Feedback flossen in die Weiterentwicklung des Formats ein, wodurch ein offener Lern- und Erfahrungsraum entstand.
In einer Projektwoche mit Grundschulkindern (5–10 Jahre) arbeiteten die Kinder zu Fragen wie „Wie riecht der Herbst?“ oder „Wie riecht mein Zuhause?“. Sie sammelten Naturmaterialien, mischten Düfte und entwickelten eigene Geruchskompositionen, die anschließend in einer intermedialen Ausstellung präsentiert wurden. Besucher:innen erlebten die Düfte mit verbundenen Augen und traten so in direkten Austausch mit den Arbeiten der Kinder. Dabei standen eigenständiges Ausprobieren, Experimentieren und Beobachten im Vordergrund.
Das Geruchslabor kann als Format kultureller Bildung beschrieben werden, das Partizipation, Sinneswahrnehmung und kreative Bearbeitung miteinander verbindet. Entstehende Materialien wie Texte, Zeichnungen, Fotografien, Audioaufnahmen, Duftmischungen und Installationen werden in einem Projektarchiv gesammelt, das die dokumentarische und methodische Weiterarbeit unterstützt.
Oktober 2021 – November 2022
Regieassistenz und Abendspielleitung
Schauspiel Frankfurt - Städtische Bühnen
Aufgaben & Verantwortung
Erfahrung kulturelle Bildung – Regieassistenz & Abendspielleitung
Junges Schauspiel Frankfurt – Jugendperformanceprojekte „Fragile Verbindungen“
Als Regieassistenz und Abendspielleitung am Jungen Schauspiel Frankfurt begleitete ich drei inklusive Jugendperformanceprojekte (13–21 Jahre), die in Kooperation mit dem Historischen Museum Frankfurt (Stadtlabor „Spurensuche im Heute“), dem Deutschen Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek sowie im Kontext der Kammerspiele am Schauspiel entstanden sind.
Im Projekt „Fragile Verbindungen #3 – Erinnern Verändern“ setzten sich Jugendliche mit einer partizipativ entstandenen Ausstellung des Stadtlabors auseinander, in der Frankfurter Bürger:innen persönliche Bezüge zur NS-Zeit erforschten. Die Jugendlichen entwickelten aus dieser historischen Spurensuche eigene performative Perspektiven auf Erinnerungskultur in der Gegenwart. Kulturelle Bildung bedeutete hier: Geschichte nicht reproduktiv zu vermitteln, sondern zur subjektiven Auseinandersetzung und künstlerischen Positionierung zu öffnen.
In „Fragile Verbindungen #1 – Am Leben bleiben“ sowie „#2 – See You.“ arbeiteten die Ensembles mit Ausstellungen des Deutschen Exilarchivs zu Kindertransporten und Exilbiografien. Die Jugendlichen setzten sich intensiv mit Themen wie Verlust, Flucht, Zugehörigkeit, Bleiberecht und Identität auseinander und entwickelten daraus eigene Texte, Bewegungssequenzen und performative Bilder.
Meine Rolle umfasste die kontinuierliche Begleitung des Probenprozesses, dramaturgische Unterstützung, Vermittlung zwischen Ausstellungskontext und Bühne sowie einen sensiblen Umgang mit biografischen und historisch belasteten Inhalten. Besonders im inklusiven und diversen Ensemble war es zentral, geschützte Räume für Austausch zu schaffen und unterschiedliche Perspektiven als künstlerische Ressource zu begreifen.
In allen Projekten wurde Theater als Raum kultureller Bildung erfahrbar: als Ort der kritischen Gegenwartsreflexion und der Selbstermächtigung junger Menschen.